Hessischer Verdienstorden für Dieter und Sebastian Kehl

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Sa, 02/15/2020 - 08:00

Vater und Sohn, Dieter und Sebastian Kehl aus Tann-Lahrbach haben in dieser Woche aus den Händen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier gemeinsam mit Oberbürgermeister a.D. Dr. Wolfgang Hamberger (Fulda) den Hessischen Verdienstorden in der Staatskanzlei verliehen bekommen. Ehrenbürgermeister der Stadt Bebra, Horst Groß, den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

„Am heutigen Tag ehren wir ganz besondere Menschen, die teilweise über die Landesgrenzen Hessens hinaus bekannt sind. Sie setzen sich für das Gemeinwohl in unserem Land und der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Weise ein. Dafür verdienen sie unser aller Respekt und Anerkennung. Ich freue mich sehr, diese besonderen Persönlichkeiten unseres Landes zu würdigen. Sie sind echte Vorbilder aus unserer Gesellschaft“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Dieter Kehl – Für die Dorfgemeinschaft engagiert

Ehrenamtliches Engagement liegt offensichtlich in der Familie: Dieter Kehl, Vater des ehemaligen Fußball-Bundesligaprofis Sebastian Kehl, ist in Tann (Rhön) aktiv. Er macht sich besonders um die Gemeinschaft im Ort verdient. Im Jahr 2015 war er maßgeblich daran beteiligt, dass das Dorfgemeinschaftshaus Lahrbach in die Selbstverwaltung der Bürgerinnen und Bürger überging. Kehl und seine Mitstreiter setzten sich für den Erhalt des Hauses ein, das ein wichtiger Veranstaltungsort für Konzerte, Fastnachtssitzungen und Seniorentreffs ist. Der CDU-Politiker war auch an der Gründung der „Interessensgemeinschaft DGH Lahrbach“ beteiligt und steht ihr auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem ist Dieter Kehl einer der Gründer der Tanner Wirtevereinigung, die die Idee eines „Tanner Wirtefestes“ ins Leben gerufen haben. Daraus wurde mittlerweile eines der größten Volksfeste in der Rhön, das jährlich rund 30.000 Besucherinnen und Besucher in die Tanner Innenstadt lockt. „Dieter Kehl ist mit seiner Heimat fest verbunden und kümmert sich darum, dass sie lebenswert bleibt. Menschen wie er leben die Gemeinschaft. Dafür hat er meinen großen Respekt“, erklärte der Regierungschef. Der Ministerpräsident ehrte ihn heute mit dem Hessischen Verdienstorden.

Sebastian Kehl – Deutscher Meister für Zivilcourage und gegen Rassismus

Drei Mal Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Vize-Weltmeister – die Liste der fußballerischen Erfolge von Sebastian Kehl ist lang. Fernab des Platzes engagiert sich der in Fulda geborene Hesse unter anderem für Zivilcourage und gegen Rassismus. Seit 2003 steht er hinter dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Dabei setzen sich Schülerinnen und Schüler für ein vielfältiges Miteinander ein. Sebastian Kehl ist Pate des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Lauterbach und der Richard-Müller-Schule in Fulda, die sich an dem Projekt beteiligen. Als Schirmherr, neben der früheren Frankfurter Fußballnationalspielerin Steffi Jones, beteiligt er sich auch an „Fair Play Hessen“. Die Sozialstiftung des Hessischen Fußballs, die auch vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport unterstützt wird, fördert Initiativen, die sich für Integration, Toleranz und Fair Play einsetzen. „Hessen hat viele herausragende Fußballerinnen und Fußballer hervorgebracht. Einer von ihnen ist zweifelsfrei Sebastian Kehl. Bei all den großen Erfolgen, die er in seiner Karriere erreicht hat, ist es ihm immer auch wichtig, sich für sein Land einzusetzen. Sebastian Kehl engagiert sich in besonderer Weise für Vielfalt, Toleranz und Fair Play. Er leistet somit einen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Dafür überreiche ich ihm heute gerne den Hessischen Verdienstorden am Bande“, erklärte der Hessische Ministerpräsident.

Beide, Dieter und Sebastian Kehl unterstützen seit seiner Gründung den osthessischen Gewaltpräventionsverein „Schule machen ohne Gewalt – SMOG e.V.“ mit Sitz in Neuenstein. „Ich finde es vorbildlich, wie sie sich für diesen segensreichen Verein schon über viele Jahre ehrenamtlich engagieren. Als prominenter Fußballer übernahm Sebastian Kehl, unterstützt von seinem Vater Dieter, die Funktion eines Botschafters für den Verein und steigerte damit den Bekanntheitsgrad erheblich. Inzwischen ist der Verein nicht nur in Osthessen, sondern auch in Hessen und darüber hinaus für seine herausragende Arbeit an Schulen und Kindergärten bekannt,“ würdigte der Ministerpräsident, selbst eines der ersten Mitglieder bei SMOG e.V., den Einsatz von Dieter und Sebastian Kehl.

Mit in der Staatskanzlei dabei auch Albert Hess aus Neuenstein-Mühlbach, ebenfalls Mitglied von SMOG e.V., aber diesmal als ehemaliger Jugendauswahltrainer von Seiten des Hessischen Fußball-Verbandes von Sebastian Kehl und somit Förderer des Nachwuchsfußballers des SV Lahrbach und von Borussia Fulda. „Sebastian war schon in jungen Jahren hochtalentiert und zeichnete sich durch seine Passgenauigkeit gepaart mit einer sehr guten Technik und Ballsicherheit und natürlich einem gesunden Ehrgeiz und Trainingsfleiß aus. Schon damals war ich mir sicher, dass er seinen Weg in die Spitze des nationalen und internationalen Fußballs gehen würde,“ so die lobenden Wort von Albert Heß.

Reiner Birkel aus Neuenstein-Untergeis, Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied von SMOG e.V. erinnert sich: „Zuerst haben unser Vorsitzender Erwin Maisch und ich im Landgasthof Kehl mit Vater Dieter die ersten Gespräche über einen Einsatz von Sebastian geführt, der dann schnell seine Zusage als Repräsentant und Botschafter für unseren Verein gegeben hat. Unvergessen bleibt, wie wir ihn 2002 gemeinsam mit der Familie direkt in Frankfurt am Flieger als junger Vize-Weltmeister in Empfang genommen und dann mit ihm im Römer mit tausenden von Fußball-Fans gemeinsam mit Bürgermeister Markus Meysner aus Tann und unserem damaligen Innenminister Volker Bouffier auf dem Rathausbalkon gefeiert haben. Sebastian ist in jeder Hinsicht ein großes Vorbild. Wir sind dankbar und glücklich, dass wir ihn und seinen Vater an unserer Seite wissen.“

Foto: Nach der Ordensverleihung v.l. Dieter Kehl, Albert Heß, Ministerpräsident Volker Bouffier, Sebastian Kehl und Reiner Birkel.

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