„Ein Film der unter die Haut geht“ – „Still und stumm“ Filmpremiere in Fulda

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Do, 03/01/2018 - 12:51
Timm Fütterer bei der Vorstellung seines Films

Mit dem Film „Still und stumm“ hat das SMOG-Projekt „Von der Strasse ins Studio (VdSiS)“ seinen ersten größeren Film der Öffentlichkeit im Cinestar in Fulda vorgestellt. In dem mit mehr als 300 Personen voll besetzten Kinosaal gab es nach der Premiere stehende Ovationen für das etwa 40 Minuten dauernde Drama.

Es erzählt die Geschichte zweier Schulfreunde (gespielt von Janis Bausch und Kristo Krebs) in einem Schulumfeld, das durch die Gewalt eines brutalen Lehrers (Jörg Alt) geprägt ist. Die Geschichte hat kein Happy End.

In dem mit neuster Technik absolut professionell erstellten Film treten mehr als 200 Mitwirkende auf. Der Film ist ein „No Budget“- Werk. Lediglich die Kosten für die Verpflegung und die Musiklizenz standen zu Buche, da alle vor, hinter und neben der Kamera ehrenamtlich gearbeitet haben.

„Der Film soll zum Nachdenken anregen. Er lässt keinen kalt.“, beschreibt Timm Fütterer als Projektleiter, Initiator, Drehbuchschreiber und Regisseur das Werk.

In seinen einführenden Worten zeigte Erwin Maisch, 1. Vorsitzender SMOG e.V. mit erschütternden Zahlen aus einer UNICEF-Studie und der BKA-Statistik Fakten zur Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen auf:

  • Alle sieben Minuten stirbt weltweit ein Jugendlicher zwischen 10 und 19 Jahren einen gewaltsamen Tod.
  • Drei Viertel (ca. 300 Millionen) Mädchen und Jungen erleben körperliche oder verbale Gewalt durch ihre Erziehungsberechtigten.
  • 732 Millionen Kinder im Schulalter leben in einem Land in dem Prügelstrafen nicht vollständig abgeschafft sind.
  • In Deutschland sterben pro Woche drei Kinder durch Gewalt oder Vernachlässigung.

„Der Film soll keine Dokumentation sein. Der Lehrer steht stellvertretend für die Menschen, die weltweit Hunderttausende von Kindern misshandeln und töten und sie durch körperliche und psychische Gewalt dazu bringen, andere Menschen zu schlagen und zu töten, wie die Kindersoldaten dieser Welt.“, grenzt Timm Fütterer ab.

Erwin Maisch ergänzt: „Wir wollten bei dieser Arbeit mit den Kindern zwei Ziele erreichen. Zunächst galt es, die Kinder zu motivieren, ihre Fähigkeiten zu fördern, kreativ zu sein und sich in ein Team einzufügen, das stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder. Darüber hinaus sollte der Fokus auf das Thema Gewalt gegenüber Kindern gelegt werden, so dass es jeden Zuschauer berührt. Wir sind sicher, das ist uns mit dem Film gelungen.“

Dass es bei der Premiere auch etwas zu lachen gab, war das Verdienst der aus Fulda stammenden Schauspielerin Marianne Blum, die eigens zu der Premiere aus Berlin angereist war, und die als strenge Lehrerin „Frau Dr. Klappheck-Mittenwald“ das Publikum als wortgewaltige Moderatorin beeindruckte.

Um das Thema „Gewalt an Schulen“ aktuell aus der Sicht der Schüler zu beleuchten, stellten 14 Schüler und Schülerinnen der Deutschklasse 7e der „Konrad-Adenauer-Schule“ aus Fulda die Themen Gewalt und Mobbing aus ihrer Sicht dem Kinopublikum beeindruckend vor. Wofür sie kräftigen Applaus erhielten.

Erwin Maisch und Timm Fütterer

Kurzbeschreibung SMOG e.V. und VdSiS

„Schule machen ohne Gewalt (SMOG)“ e.V. ist ein Verein, der aus den Reihen der Polizei in Osthessen entwickelt, seit 2002 eine sehr engagierte gewalt- und suchtpräventive Arbeit leistet. SMOG finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und durch Spenden. Schirmherr des Vereins ist Rudi Völler.

SMOG zeigt mit 17 verschiedenen Projekten Wege auf, wie Menschen, insbesondere in Schulen und Kindergärten, den Problemen Gewalt und Sucht begegnen können.

Mit seinem interaktiven Lernprogramm „Cool and Safe“ hat der Verein durch die Auszeichnungen mit dem Comenius Siegel und der Comenius Medaille sowie dem Erasmus Siegel weltweit Aufmerksamkeit und Anerkennung erreicht.

Das SMOG-Projekt „Von der Strasse ins Studio (VdSiS)“ hat bundesweit mit seinen Rap-Videos und Rap-Workshops Tausende von Followern und Millionen Klicks bei YouTube. Mit Hilfe der Rap-Musik vermittelt VdSiS Jungs im Alter von 10-15 Jahren positive Werte und fördert die Kreativität und das Selbstwertgefühl der Kinder. Bisher haben über 700 Kinder das Projekt erfolgreich durchlaufen. Neustes Produkt von VdSiS ist der Kinofilm „Still und stumm“.